Energie & Kosten sparen – in der Fleischhauerei

Die Vermeidung unnötiger Kosten ist natürlich in allen Branchen Thema. Wie Energie genutzt wird und wie diese Verbräuche optimiert werden können, kann sich aber grundlegenden unterscheiden. Deshalb haben wir uns vorgenommen, verschiedene Branchen gezielt zu betrachten und ihre Einsparpotenziale übersichtlich zusammenszufassen. Wir starten diese Reihe mit der Fleischhauerei.

1.) Wo liegen in der Fleischhauerei-Branche die größten Energiefresser

Die Energiekosten – zu gleichen Teilen Strom und Wärme – liegen in der
Fleischhauerei-Branche im Bereich zwischen drei bis vier Prozent vom Umsatz.
Die vier größten Verbraucher sind:

  • Heizung
  • Kochen und Garen
  • Kühlung
  • Warmwasser

2.) Optimierung der größten Kosten-Verursacher

2. a.) Wie genau kann die Heizung effizienter genützt werden?

Etwa ein Viertel des gesamten Energieverbrauches verursacht die Heizung. Deshalb ist es hier eine Optimierung besonders wichtig:

  • Betriebszeiten an die Nutzung genau anpassen
  • Temperaturniveau optimieren: Schon 1°C Reduktion bringt rund 5 Prozent Einsparung.
  • Anlage hydraulisch abgleichen
  • Verwendung von Thermostatventilen und Raumreglungen
  • Bei Gebäudesanierung Wärmedämmung und Fenster erneuern.
2.b.) Welche Einsparungsmöglichkeiten gibt es beim Kochen und Garen?

Hier ist vor allem die vorhandene Technik ausschlaggebend: Deshalb ist bei einer Neuanschaffung besonders auf die Energieeffizienz zu achten. Diese bringt dann über die ganze Lebenszeit Vorteile. Einfache Punkte, um die vorhandenen Geräte am kosten- und energieeffizientesten zu nutzen:

  • Nur die Wassermenge erwärmen, die man benötigt.
  • Kochtemperatur optimieren
  • Leerlaufzeit vermeiden
2. c.) Wie genau kann die Kühlung effizienter angeschafft und genützt werden?

Die Kühlung gehört in der Fleischhauerei zu den größten Energiekostenverursachern. Folgende Punkte helfen den Verbrauch zu reduzieren.

Organisatorische Maßnahmen:

  • Beladung optimieren
  • Geschlossene Schränke/Abdeckungen verwenden
  • Regelmäßige Reinigung: Verdampfer, Kühllamellen und Tauwasserrinnen
  • Wartungsintervalle einhalten

Standortwahl:

  • Niedrige Umgebungstemperatur
  • Eigene Kellerräume/außerhalb des Betriebsgebäudes
  • Geringe Staubbelastung
2. d.) Wie genau kann Warmwasseraufbereitung effizienter genützt werden?

In einer Fleischhauerei wird viel Warmwasser verbraucht:

Die Warmwasseraufbereitung macht rund 15 % des gesamten Energieverbrauches aus. Punkte, die besonders zu beachten sind:

  • Maximale Temperatur: 60°C
  • Regelmäßige Entkalkung der Warmwassererzeugung
  • Abwärme der Kälteanlage nutzen

3.) Welche Methoden der erneuerbaren Energie sind für die Fleischhauer-Branche besonders sinnvoll?

Besonders bei Fleischhauern eignet sich der Einsatz von Photovoltaikanlagen für die Eigenstromerzeugung. Bei Zeiten mit hohen Außentemperaturen wird besonders viel Strom erzeugt. Dieser kann dann gleich direkt bei der Kältemaschine eingesetzt werden. Aufgrund der hohen Grund-Kühlung an arbeitsfreien Tagen muss auch meist kein Strom in das Netz eingespeist werden. Abhängig von der Höhe der Förderung liegt die statische Amortisationszeit bei rund sieben Jahren.

4.) Welche Kälte-Speichermöglichkeiten gibt es bei Fleischhauern?

Bei Fleischhauereien eignen sich besonders Eisspeicher, um Energie zu speichern: Eisspeicher nutzen den Phasenübergang von flüssigem Wasser zu festem Eis und umgekehrt. Hier kann auf verhältnismäßig kleinem Raum viel Energie gespeichert werden.

So spart man sich mit Eisspeichern einiges an Strom- und Energiekosten. Auch die Anschaffungskosten sind vergleichsweise gering: Ein Eisspeicher rechnet sich im Normalfall schon in weniger als drei Jahren.

Zusammenfassend: Vorteile eines Eisspeichers:
  • Die Leistung der Kältemaschine reduziert sich um 30 bis 50 Prozent
  • Die Stromleistungsspitzen an heißen Tagen reduzieren sich
  • Niedrige Strompreise werden zum Aufladen der Eisspeicher genutzt
  • Eine mögliche Erweiterung der Kälteleistung kann durch weitere Speicher abgedeckt werden
  • Bei Stromausfall ist die Kälteversorgung abgesichert

Genauere Informationen zu Eispeichern gibt es hier…

5.) Welche Energiespar-Unterschiede gibt es zwischen kleinen/mittleren und großen Betrieben?

Die Grundstruktur der Verbräuche ist in kleinen/mittleren und großen Betrieben gleich. Meistens haben jedoch nur größere Betriebe die personelle Kapazität sich mit Energiesparmaßnahmen auseinander zu setzen. Das Potenzial liegt in beiden Fällen oft über 20 Prozent Reduktion. Viele Maßnahmen rechnen sich in weniger als drei Jahren.